Standortkooperationen - Eine Alternative zum BID?
Erfolgreiches Projekt in Simmern gestartet
Business Improvement Districts (BID) als Instrumente der Innenstadtrevitalisierung finden in verschiedenen Bundesländern ihre Anwendung.
Da es sich dabei um ein durch Landesgesetz geregeltes und kompliziertes Verfahren handelt, stellt sich zwangsläufig die Frage:
Gibt es eine freiwillige Alternative zum gesetzlichen BID?
In Simmern im Hunsrück wurde ein alternatives Instrument gesucht, bei dem alle Akteure aktiv mit eingebunden werden können.
Standortkooperationen im Sinne eines BID basieren auf einem freiwilligen Zusammenschluss privater und öffentlicher
Akteure mit dem Ziel die Innenstadt zu attraktivieren. Der Unterschied zwischen Standortkooperationen und den
Aktivitäten von Werbegemeinschaften bzw. Stadtmarketinginstitutionen sind weniger gestaltende sondern primär
strukturverändernde Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der Kommune. Eine klare Zielvereinbarung und ein
Beschluss der Kommune sowie sehr viel ehrenamtliches Engagement, Idealismus und Identifikation der Akteure mit dem Standort sind Voraussetzung.
In Simmern im Hunsrück geht man nun den Weg der Standortkooperation. Und das mit großem Erfolg:
Seit März 2010 präsentiert sich bereits ein erstes Kooperationsprojekt. Insgesamt zehn Kooperationspartner haben
sich auf einer gemeinsamen Fläche von ca. 160 m² zusammen geschlossen. Akteure aus den Bereichen Einzelhandel,
Gastronomie und Kunst betreiben ein gemeinsames Geschäft mit dem Namen „Mosaik“. Neben den Betreibern gibt es weitere Unterstützer:
Dienstleister und Handwerker haben sich für den Erfolg dieses Projektes eingesetzt. Ein Leerstand wurde nachhaltig belebt,
der Branchenmix verbessert und die Angebotsqualität erhöht. Bereits in kürzester Zeit konnte durch den freiwilligen
Zusammenschluss unter Reduktion des privaten und öffentlichen Mitteleinsatzes ein wichtiges Stadtentwicklungsprojekt realisiert werden.
Festzuhalten ist, dass mit der Form der Standortkooperation im Gegensatz zu punktuellen Einzelmaßnahmen eine weitaus höhere
Prozess- und Ergebnisqualität erzielt werden konnte.
Die positiven Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Gemeinschaftsprojekt „Mosaik“ müssen in einem zweiten Schritt auf die innerstädtischen
Quartiere und Geschäftsstraßen übertragen werden. Hierfür müssen konkurrenzfähige Strukturen auch im Bereich des Standortmanagements geschaffen werden.
Dies setzt zum einen ein zentrales, professionelles und mit den erforderlichen Entscheidungsbefugnissen ausgestattetes Quartiers- bzw.
Geschäftsstraßenmanagement voraus. Zum anderen sind strukturverändernde Maßnahmen nur in Kooperation mit den Haus- und Grundstückseigentümern und
deren Mietern durchzusetzen. Demzufolge muss eine hohe Mitwirkungsbereitschaft der privaten Akteure erreicht werden. Dies gelingt nur,
wenn die Ziele der Stadtentwicklung und der daraus resultierende individuelle Nutzen klar kommuniziert und die Rahmenbedingungen seitens der
Kommune abgestimmt sind. Die Handlungs- und vor allem die Investitionsbereitschaft der privaten Akteure wird sich nur dann einstellen,
wenn Rechts- und Planungssicherheit seitens der Kommune geschaffen wird. Standortkooperationen zwischen privaten Akteuren und der Kommune
bilden somit einen probaten Lösungsansatz für gemeinsame Aufgabenfelder und Problembereiche und stellen unter den genannten Voraussetzungen
eine mögliche Alternative zum BID dar.
Kontakt und Information:
Standortmanagement. Wirtschaftsraum Simmern
Sandra Heckenberger/Nadine Götz
Brühlstraße 2
55469 Simmern/Hunsrück
Telefon: +49 (6761) 837 290 oder –292
Fax: +49 (6761) 837295
E-Mail: wifoe@vgvsim.de
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