Enorme Einsparmöglichkeiten für Unternehmen durch Maßnahmen zur Material- und Energieeffizienz noch zu wenig genutzt – Veranstaltung des Regionalrats Wirtschaft
Die laufenden Kosten eines Betriebes stets im Auge zu behalten, ist für jeden Unternehmer wichtig. Einsparpotenziale zu erkennen und systematisch umzusetzen, fällt hingegen oftmals schwer. „Zeit- und Personalmangel sind kein Argumente, die hier gelten dürfen!“ so das Fazit einer Veranstaltung des Regionalrates Wirtschaft bei der Firma Stahlbau Petry in Alterkülz.
Nicht zum ersten Mal wählte der Regionalrat als Schauplatz für eine Infoveranstaltung einen heimischen Betrieb. Dabei war es kein Zufall, dass man sich für ein Stahlbauunternehmen entschied, das selbst enorme Mengen Stahl und Energie benötigt und einem Kostendruck durch die Auftraggeber unterworfen ist. Beeindruckt waren die mehr als 30 Vertreter anderer Firmen vom Alterkülzer Unternehmen, das die Inhaberfamilie Günnewig bei einem kurzen Rundgang vorstellte.
„Bei einem Anteil von über 40 % an den Gesamtkosten im produzierenden Gewerbe bieten die Materialkosten bei einem intelligenten Einsatz Einsparpotenziale von bis zu 20 %“, so Egon Wellems aus Altstrimmig. Wellems muss es wissen, ist er doch einer der bei der Deutschen Materialeffizienzagentur DEMEA gelisteten Berater. Dass mit vergleichbar geringem finanziellem und zeitlichem Aufwand etwa 2,5 % des Jahresumsatzes durch entsprechende Maßnahmen eingespart werden können und dass gerade kleinere Betriebe noch höhere Werte erreichen können, macht die Bedeutung der Materialeffizienz deutlich.
Um die Potenziale überhaupt erkennen zu können, ist eine Analyse und die Aufstellung eines Maßnahmenplans notwendig. Diese Potenzialanalysen werden durch das Bundeswirtschaftsministerium erheblich bezuschusst. So können zwischen 33 % und 67 % der Beratungsleistungen gefördert werden. Kommt es schließlich zur Umsetzung der Maßnahmen, so ist weit weniger Geld und Zeit aufzuwenden als gedacht. Dabei haben sich die Investitionen zumeist schon innerhalb eines halben Jahres amortisiert.
Dass sich auch Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie in Unternehmen lohnen, leuchtet angesichts ständig steigender Kosten für Energie leicht ein. „Laut Umfragen ist das Thema bei 80 % der Mittelständler auf der Agenda, doch haben es viele bislang noch nicht angepackt!“ Mit dieser Aussage eröffnete Thorsten Henkes von der EffizienzOffensive Energie (EOR) in Kaiserslautern seinen Vortrag. Betrachtet man die Lebenszykluskosten vom Maschinen und Anlagen, so überwiegen darin die Kosten für Energie bei weitem.
Dabei bestehen Einsparmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen wie bei Druckluft- und Pumpensystemen, der Beleuchtung, der Abwärmenutzung, der Kraft-Wärme-Kopplung oder der Gebäudedämmung.
Auch hier gibt es vielfältige Fördermöglichkeiten. Energiecontracting kann die Investitionskosten gering halten.
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium bietet ein Zinszuschussprogramm für unterschiedlichste Projekte wie Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, Nahwärmenetze usw. an, das mit anderen Programmen, etwa des BAFA oder der KfW kombiniert werden kann. Dort werden je nach Vorhaben Zuschüsse oder Zinsverbilligungen geboten. Aber auch Beratungen können in Rheinland-Pfalz mit bis zu 70 % der Kosten gefördert werden. Die EOR bietet hier eine Erstberatung für Unternehmen, aber auch Kommunen und Private, an.
Für Fragen zu Beratungen oder Fördermöglichkeiten steht Interessierten auch die Geschäftsstelle des Regionalrates unter Tel.: +49 (6761) 970397 oder E-Mail: info@rhein-hunsrueck.de zur Verfügung.
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